recht fertig

Das Recht verfertigt sich am besten, wenn es nicht wahrgenommen wird: wenn ich an die vielen roten Ampeln denke, die an mir vorbei und vorüber fliegen, möchte ich nicht wissen, wie oft mir in den vergangenen Jahren eine Strafe zugekommen wäre. Erst in der konkreten Situation, der Unsichtbarkeit entrissen, entsteht durch Entscheidung eine Strafe, die Entscheidung ist eine Strafe für die oder das, was ausgeschlossen wird.
Nun gerade wird auch wieder ausgeschlossen, keine globale Bewegung, eigentlich nur ein paar Straßen, die Viele sind und eine Unsichtbare Truppe, die gewaltig ist.
Zu seinem Recht dabei zu kommen, gleicht dem Versuch, den ins Wasser geschmissenen Stein, der an die Beine gebunden noch interessanter scheint, wieder eigens herauszuholen, wenn die Entscheidung getroffen ist, ist die Gewalt eingetreten, sie kennt das aus der konkreten Situation Ausgeschlossene nicht-an-und-nicht-mehr, sie schließt es ein, in einen Raum, der sprachlos einem Utopia gleicht, dem ein In-der-Welt-sein unmöglich wird, wenn nicht eine Positivierung sich findet, die ihrem Namen unverdient dient. Im Namen Vieler sprechen, ist ein Verbrechen. Daher höre ich nun auf, das Wir zu gebrauchen, besser, ich, ich entscheide, ich begehe Gewalt; halt muss ich nur auf die roten Ampeln achten.

ein Gedicht, dass ich vor über zehn Jahren geschrieben habe:

Auferstehung

Glaubend zweifelt MAN nicht an dem Warum

Bejahend wirft MAN sich um die Tat herum

Wenn man nicht doch besser ICH

gewesen wäre – nur eine Erscheinung,

die mich betrogen hat, um Dich, die

mögliche Verneinung vor meinem Untergang, der

Dich erschaffen hat, zur Reinigung, die

erfüllte Prophezeiung,

Verzeihung

vergibt dir die endliche Torheit

alles vergießt sich in scheinbarer Freiheit

MAN sollte sich wieder von der Auferstehung heilen, die

niemand vergisst zu begaffen, doch

ICH vergesse niemals zweifelnd zu verweilen

Weil das MAN, dass ICH weiß zu erschaffen

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